Über

Hallo Liebe Mädels,

in meinem Blog geht es um das Thema hormonelle Verhütung und Nebenwirkungen dieser.

Dies ist meine ganz persönliche Geschichte und ich hoffe, dass sie euch weiterhelfen kann. 

Über eure eigenen Erfahrungen zu dem Thema würde ich mich auch wahnsinnig freuen. 

Viel Spaß auf meinem Blog

Alter: 27
 


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Blog

~ 1 Monat ohne Pille ~

Nach meiner letzten Abbruchsblutung unter der Pille habe ich mich eine Woche lang richtig gut gefühlt. Ich würde fast sagen, mir ging es sogar im Vergleich zur Pillenzeit überdurchschnittlich gut. In der 3. Woche ohne die Pille kamen dann aber andere ziemlich heftige Nebenwirkungen hinzu:
 
Mir wurde unglaublich schwindelig, sodass ich kaum mehr ausfstehen mochte, weil ich Angst hatte, einfach umzufallen. Mich plagten heftige Kopfschmerzen, bei denen auch Schmerztabletten häufig nicht halfen. Ich hatte oft das Gefühl, auf Entzug zu sein, in meinen Gliedern kribbelte es und ich fühlte mich auch innerlich sehr unruhig. Zudem waren die negativen, depressiven Gedanken wieder da, sodass alles grundlos einfach schlecht erschien. Ich weinte wieder häufig aus heiterem Himmel und ohne erkennbaren Grund. Ich konnte meine Tage kaum im Voraus planen, da ich immer schauen musste, wie es mir an dem jeweiligen Tag gerade psychisch und physisch ging - somit war ein normales Leben für mich echt nicht möglich. Kleinere Wehwehchen waren dazu noch: Hitzewallungen, nächtliches frieren und temporärer leichter Haarausfall und mehr Pickel.
 
Gottseidank hatte ich Semesterferien, sodass ich die meiste Zeit zu Hause verbracht habe. Ich war auch in dieser Zeit bei meinem Hausarzt, der aber meinte, dass meine Beschwerden nicht auf die Pille/Hormone zurückzuführen seien.
 
All diese Symptome traten immer wieder in wellenartigen Bewegungen auf. Ich habe meine Hoch`s und Tief`s für mich folgendermaßen notiert:
 
---**-*--******-___-****-*--**
 
* = gut
- = mittel
_ = schlecht

25.8.15 16:28, kommentieren

~ Der Entschluss hormonfrei zu leben - Juli 2015 ~

Anfang Juli begann dann meine zweite Pillenphase. Die ersten zwei Wochen fühlte ich mich gut. Wie zuvor beschrieben, fühlte ich mich nicht zu 100% ICH, aber mir ging es so viel besser, als in meinen Tiefphasen, worüber ich unglaublich erleichtert war. Ich hatte keine Heulattacken, die sonst mindestens einmal wöchentlich auftraten - dann aber auch anhaltend waren für mehrere Stunden oder Tage und hoffte, dass der "Knoten" nun geplatzt war und ich wieder, wie zuvor, mit der Pille leben konnte. Leider hatte ich da die Rechnung ohne meinen Körper gemacht, denn nach zwei Wochen holte mich die schlechte Laune dann doch nochmal ein und das, obwohl Semesterende war und die Ferien vor der Tür standen.

Mitte Juli hatte ich dann einen Termin bei einer Kinesiologin, die überprüfen sollte, ob mein Körper sich gegen die Pille wehrt, sie also nicht richtig annimmt oder verträgt. Ich glaube nicht immer an Heilpraktiken, obwohl mir manche selber schon geholfen haben (Bekämpfung von Neurodermitis als Kind, Schüßler Salze bei Erkältungen, homöopathische Mittel bei blauen Flecken). Ich vertraute der Dame und machte alle Versuche, die sie mit mir unternahm, gespannt mit und versprach mir auch eine Besserung dadurch. Allerdings meinte die Kinesiologin am Ende meiner Sitzung, dass meine Beschwerden nicht mit der Pille zusammenhängen würden. Womit alternativ wüsste sie aber auch nicht. Das verunsicherte mich wirklich sehr, da ich doch ein wenig Hoffnung in diese Behandlung gelegt hatte.

Ich recherchierte also weiter. Ich las mich durch hunderte Foreneinträge etlicher Frauenseiten im Internet. Ich las Studien und Forschungserbnisse zum Thema Pille und hormonelle Verhütung. Und ich informierte mich zunehmend über hormonfreie Verhütung. Es gab so viele Erfahrungen von Frauen, die die Pille nicht vertrugen und sie absetzten. So viele, die verzweifelten, ob ihre Symptome auch an den Hormonen der Pille liegen würden. Und ich nahm teil an Diskussionen über die Nebenwirkungen der Pille. Und das hier ist meine Geschichte!

Heute hatte ich einen erneuten Termin bei meinem Frauenarzt, dem ich meine ganze Geschichte nochmals anvertraute. Ich klagte über alle negativen Erscheinungen, die mir mit Beendigung meiner ersten Pilleneinnahme im April aufgefallen waren und wir beschlossen gemeinsam, dass ich von nun an die Pille für zwei bis drei Monate weglassen werde. Mein ganz persönliches Experiment beginnt also in 4 Tagen.

23.7.15 23:12, kommentieren

~ Die Nebenwirkungen - Juni 2015 ~

Und so begann ich im Juni wieder meine gewohnte Pille, die Microgynon, einzunehmen, nachdem ich den zweiten Zyklus mit dem Nuvaring unterbrochen hatte. Ich erhoffte mir Besserungen und die traten auch ein. Ich fühlte mich wieder lebendiger und ging wieder zum Sport, feiern und sogar auf ein Festival. Ich war wieder regelmäßig in der Uni und hatte auch mit meinem Freund und meinen Freundinnen wieder Spaß. Jedoch hatte sich etwas verändert.

Es ist schwierig zu beschreiben, aber ich bin mir sicher, viele von euch werden das Gefühl kennen: Ich fühlte mich irgendwie nur zu 80% anwesend und körperlich fit. Irgendetwas in mir hinderte mich, ich zu sein. Es gab Tage, an denen es mir richtig gut ging und Tage, an denen ich mich am liebsten nur auf dem Sofa verkrochen hätte. Manchmal hielt so eine Phase nur wenige Minuten oder Stunden an, manchmal jedoch auch über mehrere Tage. Mich hat das ganze wahnsinnig gemacht. Meine Lust auf Sex verschwand fast vollkommen (kein Wunder, wenn man auch so sehr mit sich selbst zu tun hat) und ich konnte nachwievor hervorragend heulen und alles überinterpretieren. In meinen Tiefphasen konnte ich zudem kaum etwas Essbares runterbekommen und trotzdem habe ich das Gefühl, unheimlich unförmig geworden zu sein.

Ich bin froh, dass meine Familie, mein Freund und meine nahestehendsten Freunde so verständnisvoll sind und immer ein offenes Ohr für mich haben. Manchmal habe ich ein ganzes Treffen mit meinem Freund nur damit verbracht zu weinen, aber ich bin immer wieder gestärkt da raus gegangen.

Um körperliche Ursachen ausschließen zu können vereinbarte ich einen erneuten Termin bei meinem Hausarzt. Auch dieser war der "Diagnose: Hormone" nicht abgeneigt, wollte jedoch zudem ein großes Blutbild machen. Nachdem wenige Tage später die Befunde da waren und jegliche Mängel, so wie auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse (diese ist für die Regulierung der Hormone zuständig) und eine Borelliose ausgeschlossen werden konnte, machte ich mir Gedanken darüber, ob ich einen psychischen Knacks hatte. Ich las viel über Depressionen und psychische Erkrankungen im Internet, machte sogar "do-it-yourself"-Tests zu diesem Thema. Alle hatten regelmäßig während meiner Tiefphasen das gleiche Ergebnis: leichte Verstimmungen. Mit den wirklichen Äußerungen Betroffener konnte ich mich jedoch nie identifizieren.

Ich hoffte einfach weiterhin, dass meine Verstimmungen durch die Pille nach und nach abnehmen würden und ich irgendwann wieder vollkommen ich sein konnte.

23.7.15 22:53, kommentieren

~ Von der Pille zum Nuvaring und zurück - Mai 2015 ~

Nachdem ich also auf den Nuvaring gewechselt hatte bemerkte ich vorerst keine Veränderung. Erst mit Beginn des zweiten Zyklus bemerkte ich schlagartig, dass etwas mit mir nicht stimmt. Ich habe mich die erste Woche so schlapp und müde gefühlt, dass ich mich bei meinem Hausarzt sogar habe krankschreiben lassen. Dazu kamen ständig negative Gedanken, über Dinge, mit denen ich mich sonst nicht beschäftige: "Warum geht es den Menschen in Syrien so schlecht", "Was für schlechte Laune manche Arbeitslose haben müssen, wenn sie keine sinnvolle Tagesbeschäftigung haben". Die genannten und viele weitere Beispiele waren weder Themen, mit denen ich mich sonst auseinandergesetzt habe, noch betreffen sie mich unmittelbar. Trotzdem konnte ich mich hervorragend in etwas hineinsteigern, sodass ich sehr oft Heulattacken bekam. Ich muss dazu anmerken, dass ich nie ein besonders nachdenklicher Mensch gewesen bin, sondern eher tough, lebensfroh und stressresistent. Geweint habe ich nur, wenn es dazu einen wirklichen Anlass gab und nicht, weil eine Szene bei GZSZ soo traurig war.
 
Ich habe den Grund für meine physischen und psychischen Beschwerden jedoch nicht direkt bei meinem Verhütungsmittel gesehen. Auch mein Arzt meinte, ich hätte vielleicht zu viel Stress in der Uni und schrieb mich noch eine Woche krank. Jedoch hatte ich für mein Empfinden nicht übermäßig viel Stress. Natürlich gab es hier und da Ausarbeitungen zu schreiben und Referate zu halten, aber das gab es so auch die vorherigen Semester zu bewältigen. Einzig meinen Nebenjob empfand ich als lästig und wenig spaßig. Deshalb entschied ich mich dazu, diesen zu kündigen.
 
Nachdem ich auch in der zweiten Woche meines zweiten Zykluses unter dem Nuvaring immer noch nicht richtig aus dem Bett kam und sich auch meine Stimmungslage nicht besserte fing ich an, im Internet nach Ursachen zu suchen und bekam fast ausschließlich die "Diagnose: Hormone" zu lesen. Ich las und las so unglaubliche viele Geschichten von Frauen, denen es ähnlich ging, wie mir. Deshalb war ich auch sehr froh, dass ich noch in der gleichen Woche einen Termin bei meinem Frauenarzt bekam.
 
Diesem schilderte ich mein Problem und bekam eigentlich nur Unverständnis entgegengebracht. Sein Argument war, dass der Nuvaring so gering dosiert sein würde, dass Stimmungsschwankungen wirklich sehr unwahrscheinlich seien und ich zudem erst einmal drei Monate abwarten solle, da sich der Körper an die Umstellung gewöhnen müsse. Aber meine Entscheidung stand fest: Ich wollte diesen Ring nicht mehr. Zusätzlich zu meiner Unsicherheit wegen der extremen Stimmungsschwankungen muss ich auch erwähnen, dass ich den Ring beim Sex gespürt habe und er sogar fast jedes Mal mit herausgezogen wurde. Das empfand ich einfach als Störfaktor, der mich in meinem Beschluss, den Ring wieder abzusetzen, bestärkte.
 
Auf meinen Entschluss hin verschrieb mir mein Frauenarzt also meine "alte" Pille, die Microgynon wieder. Diese hatte ich ja zuvor auch problemlos vertragen.

23.7.15 22:31, kommentieren

~ Die Veränderung - von der Pille zum Nuvaring ~

Im April diesen Jahres entschied ich mich dazu, nach 9 Jahren die Pille gegen den Nuvaring einzutauschen. Der Nuvaring ist, ebenso wie die Pille, ein hormonelles Verhütungsmittel, dass jedoch vaginal eingeführt wird. Dort verbleibt der Ring und gibt für 3 Wochen in gleichmäßigen Abständen Hormone an den Körper ab. Während der Periode wird der Nuvaring entfernt und zu Beginn eines neuen Zyklus wird dann ein neuer Ring eingeführt.

Ich habe diesen Ring als eine praktische Art der Verhütung gesehen und fand die Vorstellung toll, nicht mehr jeden Abend an die Einnahme der Pille denken zu müssen. Von vielen meiner Freundinnen hatte ich zudem bisher nur positives von der Nutzung des Nuvarings gehört. Dazu gehörten nicht nur die einfache Verwendung, sondern auch eine Gewichtsreduktion, vermehrtes Lustempfinden beim Sex oder der Ring wurde nach verzweifelter Suche nach der richtigen Pille ohne Nebenwirkungen als wirkungsvolle Alternative empfunden.

Als ich mit diesem Anliegen zu meinem Frauenarzt kam, war er begeistert vom NuvaRing und hatte auch nur positives über den Ring zu erzählen. Dadruch war ich nochmals darin bestärkt, mein Verhütungsmittel umzustellen und begann somit ab April 2015 mit dem Nuvaring zu verhüten. 

23.7.15 22:04, kommentieren

~ Die Vorgeschichte zur Pille ~

Wie bei so vielen anderen Mädels auch stellte sich bei mir mitten in der Pubertät im Alter von 15 Jahren die Frage nach einer sicheren und einfachen Verhütungsmethode, da ich mit meinem ersten festen Freund zu dieser Zeit schon mehrere Monate zusammen war. Also machte meine Mutter einen Termin bei einem Frauenarzt in der Umgebung, der mir nach kurzer und nicht sehr ausführlicher Beratung eine anscheinend sehr gängige Pille verschrieb - die Microgynon. 

So, wie die meisten meiner Freundinnen, nahm ich also über all die Jahre eine Menge Hormone zu mir und konnte auch bis zu diesem Jahr - 9 Jahre nach Verschreiben der Pille - keine merkbaren Veränderungen oder Nebenwirkungen durch die Pille feststellen. Mit Beginn der Pilleneinnahme nahm ich lediglich etwas zu, auch hatte ich das Gefühl, insgesamt fraulicher geworden zu sein. Natürlich entwickelt man sich in jungen Jahren generell sehr schnell weiter, weshalb ich nicht weiß, ob die Pille überhaupt ein Grund dafür war.

Ich hatte bis dahin durchgängig (natürlich mit der monatlichen einwöchigen Pause) immer die gleiche Pille genommen und kannte meinen weiblichen Körper demnach ohne hormonellen Einfluss gar nicht richtig. 

23.7.15 21:50, kommentieren

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