~ Von der Pille zum Nuvaring und zurück - Mai 2015 ~

Nachdem ich also auf den Nuvaring gewechselt hatte bemerkte ich vorerst keine Veränderung. Erst mit Beginn des zweiten Zyklus bemerkte ich schlagartig, dass etwas mit mir nicht stimmt. Ich habe mich die erste Woche so schlapp und müde gefühlt, dass ich mich bei meinem Hausarzt sogar habe krankschreiben lassen. Dazu kamen ständig negative Gedanken, über Dinge, mit denen ich mich sonst nicht beschäftige: "Warum geht es den Menschen in Syrien so schlecht", "Was für schlechte Laune manche Arbeitslose haben müssen, wenn sie keine sinnvolle Tagesbeschäftigung haben". Die genannten und viele weitere Beispiele waren weder Themen, mit denen ich mich sonst auseinandergesetzt habe, noch betreffen sie mich unmittelbar. Trotzdem konnte ich mich hervorragend in etwas hineinsteigern, sodass ich sehr oft Heulattacken bekam. Ich muss dazu anmerken, dass ich nie ein besonders nachdenklicher Mensch gewesen bin, sondern eher tough, lebensfroh und stressresistent. Geweint habe ich nur, wenn es dazu einen wirklichen Anlass gab und nicht, weil eine Szene bei GZSZ soo traurig war.
 
Ich habe den Grund für meine physischen und psychischen Beschwerden jedoch nicht direkt bei meinem Verhütungsmittel gesehen. Auch mein Arzt meinte, ich hätte vielleicht zu viel Stress in der Uni und schrieb mich noch eine Woche krank. Jedoch hatte ich für mein Empfinden nicht übermäßig viel Stress. Natürlich gab es hier und da Ausarbeitungen zu schreiben und Referate zu halten, aber das gab es so auch die vorherigen Semester zu bewältigen. Einzig meinen Nebenjob empfand ich als lästig und wenig spaßig. Deshalb entschied ich mich dazu, diesen zu kündigen.
 
Nachdem ich auch in der zweiten Woche meines zweiten Zykluses unter dem Nuvaring immer noch nicht richtig aus dem Bett kam und sich auch meine Stimmungslage nicht besserte fing ich an, im Internet nach Ursachen zu suchen und bekam fast ausschließlich die "Diagnose: Hormone" zu lesen. Ich las und las so unglaubliche viele Geschichten von Frauen, denen es ähnlich ging, wie mir. Deshalb war ich auch sehr froh, dass ich noch in der gleichen Woche einen Termin bei meinem Frauenarzt bekam.
 
Diesem schilderte ich mein Problem und bekam eigentlich nur Unverständnis entgegengebracht. Sein Argument war, dass der Nuvaring so gering dosiert sein würde, dass Stimmungsschwankungen wirklich sehr unwahrscheinlich seien und ich zudem erst einmal drei Monate abwarten solle, da sich der Körper an die Umstellung gewöhnen müsse. Aber meine Entscheidung stand fest: Ich wollte diesen Ring nicht mehr. Zusätzlich zu meiner Unsicherheit wegen der extremen Stimmungsschwankungen muss ich auch erwähnen, dass ich den Ring beim Sex gespürt habe und er sogar fast jedes Mal mit herausgezogen wurde. Das empfand ich einfach als Störfaktor, der mich in meinem Beschluss, den Ring wieder abzusetzen, bestärkte.
 
Auf meinen Entschluss hin verschrieb mir mein Frauenarzt also meine "alte" Pille, die Microgynon wieder. Diese hatte ich ja zuvor auch problemlos vertragen.

23.7.15 22:31

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