~ Meine Beziehung - wie sich im März 2016 alles änderte ~

Ich habe in einem anderen Posting schon einmal etwas über meine Beziehung geschrieben. Mein Freund und ich waren 4 Jahre zusammen, bevor sich irgendwie alles änderte. Ein halbes Jahr nach Absetzen aller hormonellen Verhütung haben wir uns getrennt. Genauer gesagt hat er sich von mir getrennt, weil ich ihn unmenschlich behandelt habe.

 Ich kann aus vollstem Herzen sagen, dass ich nie auch nur einen Moment daran gezweifelt habe, dass diese Beziehung genau das ist, was ich möchte - das dieser Mann genau derjenige ist, neben dem ich jeden Morgen aufwachen möchte bis ans Ende unseres Lebens. Ich konnte mir alles mit ihm vorstellen: ein Haus, eine Familie und Kinder. Ich wollte abends zu seiner Musik einschlafen und ich wollte morgens mit dem Geräusch des Öffnens einer Fritz-Kola Flasche aufwachen. Ich wollte sogar für immer diesen Rauchgeruch an mir riechen, nachdem er aus dem Haus gegangen ist. Ich wollte spontan an fremde Orte reisen und ich wollte seine Offenheit anderen Menschen und Kulturen gegenüber mit ihm leben. Ich wollte mich mit ihm in die Zukunft treiben lassen, obwohl ich immer alles weit im Voraus planen musste. Und ja, ich habe sogar seine Birkenstockschuhe und seinen schlechten Modegeschmack an ihm geliebt.

Und plötzlich schienen da keine Gefühle mehr im Spiel gewesen zu sein. Können denn Gefühle einfach so verschwinden? War ich zu sehr mit mir und meinen eigenen Problemen beschäftigt und habe das Wesentliche unserer Beziehung aus den Augen verloren? Plötzlich wollte ich ihn nicht mehr. Ich brauchte ihn nicht mehr. Ich konnte mich wieder auf mich und mein neues Leben einlassen. Mir ging es endlich wieder gut und ich warf meinen Freund aus diesem Leben als sei er ein Stück Balast aus alten Zeiten.

Ich kann gar nicht beschreiben, was für eine Charakterstärke er auch in dieser allerschlimmsten Zeit immer wieder gezeigt hat. Er gab mir Zeit, mit mir selbst klar zu kommen und mich zu finden, während es ihm so schlimm ging wie noch nie, weil ich ihn nicht beachtete. Er gab mir den Freiraum und meldete sich nicht, machte seinen Kummer alleine mit sich aus. Und er war derjenige, der letzendlich die Entscheidung für uns fällte, getrennte Wege zu gehen. Auch jetzt ist er immer noch ein guter Freund und ich bin dankbar, ihn in meinem Leben zu haben. Wir haben nach wie vor so viele Gemeinsamkeiten und wenn wir uns sehen fühlt es sich immer noch wie Urlaub an.

Ich kann auch heute noch nicht verstehen, warum sich unsere Wege getrennt haben und auch jetzt laufen mir beim Schreiben noch Tränen über die Wangen...

27.10.16 15:37

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